Öffentliche Führung: Fürstliche Abteikirche Amorbach mit Orgelvorspiel
Die ehemalige Benediktiner-Abteikirche in Amorbach stellt eines der bedeutendsten Zeugnisse barocker Architektur in Süddeutschland dar. Der nach Plänen von Maximilian von Welsch zwischen 1742 und 1747 errichtete Bau besticht durch die harmonische Verbindung mittelalterlicher Substanz mit der festlichen Formensprache des achtzehnten Jahrhunderts. Während die äußere Sandsteinfassade die romanischen Westtürme aus dem zwölften Jahrhundert umschließt, offenbart der Innenraum ein prachtvolles Ensemble des oberdeutschen Rokoko. Die Führung durch das Gotteshaus, das seit 1803 als evangelische Hofkirche des Fürstenhauses zu Leiningen dient, widmet sich der künstlerischen und historischen Bedeutung dieses Raumes.
Im Zentrum der Betrachtung stehen die meisterhaften Deckenfresken von Matthäus Günther sowie die virtuosen Stuckarbeiten von Johann Baptist Feichtmayr und Johann Georg Übelhör. Die Ausstattung wird durch hochrangige Bildhauerarbeiten wie die Kanzel von Johann Wolfgang van der Auwera und das schmiedeeiserne Chorgitter von Markus Gattinger ergänzt. Den Abschluss der Führung bildet ein zwanzigminütiges Orgelvorspiel auf der weltberühmten Stumm-Orgel. Das zwischen 1774 und 1782 erbaute Instrument verfügt nach klanglicher Rekonstruktion und Erweiterung über 66 Register sowie mehr als 5.100 Pfeifen. Durch die Darbietung hervorragender Organisten wird die besondere Akustik des barocken Kirchenraums unmittelbar erlebbar gemacht, was die kunsthistorische Besichtigung um eine klangliche Dimension vervollständigt.
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